QUARANTINE’42 · 2026
Soldaten / Marodeure
Was bisher geschah
Die Soldaten
2026 - Das Jahr der Katastrophe
Tausende Tote und verwesende Leichenberge. Männer, Frauen, Kinder und Tiere. Die Kadaver zersetzen sich ungewöhnlich schnell und werden zum neuen tödlichen Giftquellen. Die Großstädte werden bombardiert und großflächig in Brand gesetzt. Es regnet wochenlang Asche. Die Luft riecht nach dem Tod einer ehemaligen Welt. Die Immunen, die nicht evakuiert werden konnten, flüchteten auf das Land und in die Wälder. Es herrscht Einsamkeit, Zerstörung und Hoffnungslosigkeit. Kein Strom, kein Funk, nur Flugblätter, die allen Überlebenden viel Glück wünschen.
2027 - Das Ende der Welt
Für die Immunen wird im Frühjahr klar, dass es weder Flucht noch Rettung geben wird. Es gibt keine Möglichkeit, Kontakt nach außen aufzunehmen. Sie wurden aufgegeben. Isoliert und vom Rest der Welt getrennt. Durch brandgerodete Todeszonen und Drohnenbewachte Grenzen, wissen sie, dass sie auf sich allein gestellt sind. Manche glauben, die ganze Welt sei gefallen, andere sprechen von gezielter Isolation, um den Rest der Welt zu schützen. Viele sterben später trotzdem an Gewalt, Hunger, Krankheit und Unfällen.
2028 – Küstenjägerin ohne Meer:
Menschen finden sich zusammen, bilden Gruppen und neue soziale Strukturen. Manche bleiben dennoch allein und entschlossen, niemandem zu vertrauen. Anastasia Romanov, eine Soldatin der Marine, zum Zeitpunkt der Katastrophe, wie viele andere überlebende Soldaten, beim multinationalen Manöver “Brandmauer” im Einsatz, lässt sich, weg von den ausgebrannten Todesstreifen, ins Inland treiben, fernab von den ihr bekannten Gewässern. Zunächst hatte sie versucht, alleine aus der Quarantänezone zu entkommen. Doch das war vergebens. Mit der Zeit wird Ana bewusst, dass sie sich stärken muss, nicht durch Nahrung oder Waffen, sondern durch Menschen. Neue Kameraden, mit denen sie überleben würde.
2029 – Ein neuer Beginn:
Nach einer durchregneten und blutigen Nacht und einer glimpflich überlebten Auseinandersetzung mit einer Gruppe von Plünderern, findet Ana die Kameradschaft, die sie gesucht hat. Zwei ehemalige Soldaten, die ihr Überleben, wie sie selbst, der militärischen Ausbildung und Disziplin verdanken. Kluge Köpfe, robust und stark. Genau das, was Ana gesucht hat. Sie alle wollen keine Freundschaft schließen, sondern überleben, vielleicht sogar Struktur und Ordnung in ihrer Umgebung wiederherstellen, um irgendwann diesem Höllenloch zu entkommen. Beide beugen sich der Vision Anas und weichen ihr fortan nicht mehr von der Seite. Treu und loyal geben die beiden Ana den Spitznamen „Captain“, der ihr auch bei den weiteren Soldaten unterschiedlicher Nationen
Respekt verschaffen sollte, die das Dreiergespann nun aktiv in der Quarantänezone zu rekrutieren beginnt.
2030 bis 2035 – Stahl und Disziplin:
Der ursprüngliche Plan, mit einer schlagkräftigen Truppe auch anderen Überlebenden Hilfe und Schutz anzubieten und zur Sicherstellung der Versorgung, noch zugängliche Lagerhallen und Geschäfte zu plündern, erweist sich als erfolglos. Nachdem es sich herumspricht, dass die Überlebenden nur Totgeburten zur Welt bringen, fangen immer mehr von ihnen an zu verzweifeln. Die Stimmung in der Quarantänezone entwickelt sich spürbar zu einem immer brutaler werdenden Überlebenskampf. Auseinandersetzungen mit anderen Banden enden meist mit dem Tod derer, die sich mit dem Captain und ihren Männern anlegen. Doch aus den Vorräten der besiegten Banden können die Soldaten zumindest ihr eigenes Überleben bestreiten. Dann fordert ein Feuergefecht das Leben eines der Bodyguards des Captains und reißt so ein tiefes Loch in die eingeschworene Truppe. Der erste Tote unter der Führung ihres Captains und dann auch noch einer ihrer besten Männer. Die Zeit war gekommen, umzudenken, denn neue Mitstreiter, die einen militärischen Hintergrund aufweisen können, sind kaum mehr zu finden. Die Truppe sucht weiterhin Unterstützer an ihrer Seite, doch würde sie von nun an auch fähige Mitstreiter suchen, die keine Kameraden sein würden, um ihre Position zu sichern. Und beinahe, als hätte der Himmel Anas Wunsch erhört, trit Jonah Stahl auf die Bildfläche. Ein Chaot, redegewandt und ein ruchloser Überlebenskünstler. Er hatte in den Jahren zuvor eine kleine Bande ehemaliger Krimineller und Opportunisten unter seiner Führung versammelt. Aus Sicht des Captains perfektes Kanonenfutter, das zudem auch noch die unliebsamen Arbeiten erledigen könnte. Trotz seinem anfänglichen Misstrauen, das fast in Gewalt geendet hätte, lässt Jonah Stahl sich überzeugen. Er nimmt das Angebot an, von nun aus gemeinsam zu agieren, mit dem Captain in der Führungsposition.
Mit den Jahren wird der Kampf ums Überleben immer mühseliger. Wegen der schwindenden Vorräte beginnen die Marodeure auch schwächere und friedliche Gruppen zu überfallen und auszurauben. Unter dem Einfluss von Jonah Stahl und seinen Kumpanen greift die Verrohung auch unter den Soldaten um sich. Die Stimmung unter den Marodeuren verschlechtert sich zunehmend. Willkürlicher Raub, Mord und Todschlag sind plötzlich nicht mehr undenkbar. Auch wenn die Gruppe mittlerweile an Hunger und Entbehrung gewöhnt ist, lassen sie sich in der neuen Zusammensetzung immer schwerer kommandieren. Sie brauchen eine neue, sinnvolle Aufgabe und einen vollen Bauch.
2036 bis Heute – Eine grandiose Idee:
Nach einem tagelangen Marsch aus dem Südosten in Richtung Norden, stößt die Truppe auf die überwucherten Mauern eines verlassenen Munitionslagers. Noch während die Soldaten sich über den willkommenen Nachschub für ihre Waffen freuen, und sogar ein kleines Lager an Rationen vorfinden, meldet Jonah Stahl, jetzt nur noch der „Papagei“ genannt, seine Späher hätten unweit der Anlage die bearbeitete Erde einiger frisch geernteter Felder erspäht. Nachdem die Aufklärer, die der Captain in die Richtung der Felder entsendet, berichten, sie hätten
ein Haus im Wald gefunden - bewohnt von lachenden, gut genährten und gesunden Menschen, sauberem Wasser und allen Annehmlichkeiten im Übermaß - trifft sie die Entscheidung, sich hier niederzulassen. Ihr ist klar, dass diese Kommune ihren Ertrag nicht freiwillig teilen würde, doch treibt sie die Hoffnung, im weiteren Umkreis noch mehrere solcher Ansiedlungen zu finden und durch die Ausbeutung dieser Orte, eine sichere Heimat für ihre Truppe aufbauen zu können. Nach dem ersten Eindrucksvollen Besuch der Kommune, bei dem es sich nicht vermeiden ließ einen dortigen Bewohner zu erschlagen, um ein Exempel zu statuieren, wird eine Vereinbarung geschlossen: „Wir werden euch nichts tun, solange ihr uns alles gebt, was wir zum Überleben brauchen” Angetan und inspiriert von der Idee ihres Captains, finden Aufklärer des Trupp im größeren Umkreis noch weitere, kleinere Grüppchen, die nicht annähernd so gut organisiert, aber dennoch autark leben, und fordern auch dort ihren Tribut. In den folgenden Jahren richten sich die Marodeure in ihrem Munitionslager ein und patrouillieren ihren Einflussbereich, um feindlich gesinnte Banden zu vertreiben und ihre Tribute einzufordern. Der Captain sorgt währenddessen dafür, dass die Kommunen weitestgehend in Frieden gelassen werden und auch beim Einsammeln der Tribute keine Grausamkeiten passieren, um nicht unnötig die Arbeitskraft und damit auch den Ertrag ihrer Untergebenen zu sichern.
Der Alltag als Soldat:
Das Leben im Munitionslager ist zwar spartanisch, aber auch nicht schlimmer als in den Kasernen, die ihr vor der Katastrophe bewohnt habt. Zumindest ist man hier Wettergeschützt, hat bequeme Schlafplätze und improvisierte sanitäre Anlagen. Genau die Annehmlichkeiten, die ihr auf den jahrelangen, ziellosen Märschen durch die Zone schmerzlich vermisst habt. Zum kleinen Luxus gehören auch die regelmäßigen warmen und oft sogar frischen Mahlzeiten, die ihr Dank der Tribute der umliegenden Ansiedlungen genießen könnt. In eurem Lager liegen zwar auch noch die alten Militär-Rationen und ein wenig Dosenfutter, aber die könnt ihr euch für die Patrouillen aufsparen, wenn ihr mal wieder dafür sorgen müsst, das keine feindseligen Banden in euer Einflussgebiet schleichen, oder die Transporteinsätze, wenn ihr euren Tribut bei einer Kommune einfordert. Letztere sind wesentlich entspannter und gefährlicher als die Patrouillen, auch wenn letztes Jahr beim Besuch der Kommune, deren Tribut jetzt wieder kurz bevor steht, eine verirrte Killerdrohne mit dem EMP Gewehr vom Himmel geholt werden musste. Doch bei den Patrouillen ist die Wahrscheinlichkeit, unter Beschuss zu kommen nie ausgeschlossen. Daher bleibt jeder von euch wachsam und im Training der Fähigkeiten, die ihr in den Jahren vor und unmittelbar nach der Katastrophe erworben habt. Die Kameradschaft unter euch basiert auf gegenseitigem Respekt für euren militärischen Hintergrund. Militärische Ränge, Abzeichen und Hierarchie haben schon in den ersten Tagen der neuen Situation ihren Wert verloren. Niemand stellt sich über den anderen. Nur der Weitblick und euer Vertrauen in die Entscheidungen des Captains, die euch einigt und die euch nach entbehrlichen Jahren hierher geführt hat, begründen nach wie vor ihren
Platz an eurer Spitze. Ihre Entscheidung hier einen sicheren Hafen zu erschaffen, anstelle weiterhin den Gift-Stürmen, Drohnen und anderen bewaffneten Banden auszuweichen und der Plan die umliegenden Kommunen nicht einfach auszurauben und auszulöschen, sondern ihre Arbeitskraft für euren Unterhalt zu nutzen, hat sich in den letzten sechs Jahren als absolut richtig erwiesen. Auch ihr Entschluss, die Stärke eurer Truppe durch Mitläufer und Opportunisten zu erhöhen, wurde nicht bereut. Manche sind sogar ganz brauchbar, wenn die Kugeln fliegen, auch wenn ihnen militärische Ausbildung und Disziplin fehlen, andere sind gerade mal als Kanonenfutter und menschliche Schilde zu gebrauchen. Aber solange sie euch die unliebsamen Arbeiten im Hauptquartier abnehmen, werden sie geduldet. So betankt ihr wie jedes Jahr den alten Militärtransporter mit genau dem Treibstoff aus der nahegelegensten und ertragreichsten Kommune, um dort demnächst den fälligen Tribut einzufordern. Wie jedes Jahr wird euch ein frisches Mal erwarten, das die Bewohner euch bereitet haben, und wie jedes Jahr werdet ihr nach kurzer Zeit mit den Vorräten zum Stützpunkt zurückkehren, die euch angenehm über den Winter bringen werden.
Charaktererstellung Soldat Was ist dabei zu beachten?
Kein Offiziersporno – Soldaten sind Überlebende mit Kameradschaft Ihr seid Soldaten – oder besser gesagt: das, was nach dem Zusammenbruch davon übrigblieb. In dieser Welt gibt es keine funktionierende militärische Ordnung mehr. Keine Versorgung, keine Kaserne, keine Militärpolizei, kein Staat, keine Karriereleiter. Was früher Rang bedeutete, ist heute: Stofffetzen auf einer Jacke.
Was euch trägt, ist nicht ein Titel. Was euch trägt, ist eure Gruppe.
Ihr habt euch gefunden, weil man in einer verlassenen Welt ohne Menschen um sich herum kaputt geht. Weil ihr euch gegenseitig haltet. Weil ihr neue Kameraden gebraucht habt – nicht als militärische Floskel, sondern als echtes Überlebensprinzip. Ränge sind tot. Und das ist hier keine Diskussion. Wenn jemand führt, dann weil: -diese Person Verantwortung trägt, -Entscheidungen treffen kann, -Ressourcen im Blick hat, -Konflikte innerhalb der Gruppe lösen kann, und die Gruppe ihr vertraut. Nicht, weil jemand „Offizier sein will“ oder weil das cool klingt.
Diese Spielwelt ist kein Ort für: „krasse dominante Offiziere“ „sadistische Folterknechte“ „Kadettinnen, die ausgenutzt werden“ „Befehl & Gehorsam als Dauer-Sexstory“ Das passt nicht in unsere Lore. Und es macht eure Fraktion zur Karikatur.
DKWDDK gilt kompromisslos. Wenn du etwas spielst, musst du es darstellen können. Nicht: „Ich war mal Offizier.“ Sondern: „Man merkt, dass ich führen kann.“ Nicht: „Ich bin gefährlich.“ Sondern: „Man spürt die Gefahr durch meine Entscheidungen, Konsequenz und Auftreten.“ Wenn du es nicht spielen kannst, dann existiert es nicht. Im Larp hat „Ich sag das nur, weil’s cool klingt“ keinen Wert.
Du kannst dir keine Position in die Rolle schreiben.
Niemand kann IT vorab festlegen: „Ich bin automatisch Anführer“ „Alle respektieren mich“ „Alle mögen mich“ „Ich hab bei allen Status“ Das ist kein Buch. Das ist LARP.
Respekt, Autorität, Loyalität und Freundschaften müssen erspielt werden. Und das bedeutet auch: du kannst dir Vertrauen genauso kaputtspielen, wie du es aufbauen kannst. Beziehungen starten neutral – außer es ist bewusst abgesprochen. Wir fragen gezielt nach: gewollten Konflikten oder bewusst gewählten Freundschaften/Beziehungen
Aber abgesehen von diesen gezielten Absprachen gilt: Die Grundeinstellung innerhalb und zwischen Gruppen ist neutral. Man kennt sich, man beobachtet sich, man bewertet sich – aber niemand ist automatisch „best buddy“ oder „Fanclub“. Soldaten-Spiel = Zusammenleben.
Ihr seid nicht „die Machtfantasie-Fraktion“. Ihr seid Menschen, die versuchen, Ordnung in Chaos zu pressen.
Euer Spiel lebt von: Kameradschaft, Loyalität, Schutzinstinkt, Streit & Versöhnung, Grenzen, Moral, Konsequenzen, Ritualen, Regeln und Alltag in der Gruppe, Trauma, Müdigkeit, Humor im Dreck
Sexualität kann existieren – weil Menschen Menschen sind. Aber sie ist Nebensache. Nicht Motor. Nicht Ziel. Und ganz wichtig fürs Setting: 1. Es gibt keinen vorherigen Kontakt zur Kommune, außer der von UNS vorgegebene, 2. Keine heimlichen “Besuche”. 3. Keine Sessions als Vorgeschichte.
Wenn du deine Rolle nur über Macht und Sexualisierung definierst, spielst du nicht „Soldat in der Endzeit“. Du spielst eine Fantasie, die sich nur ein Kostüm ausgeliehen hat.